Realschüler auf den Spuren des Ersten Weltkrieges

In diesem Jahr wird vielerorts des Beginns des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren gedacht.

2014-realschueler-erster-weltkriegAuch drei Abschlussklassen der Freiherr-vom-Stein-Realschule plus Bernkastel-Kues beschäftigten sich mit diesem Thema und unternahmen eine gemeinsame Fahrt nach Verdun, wo 1916 eine der verlustreichsten und zugleich sinnlosesten Schlachten dieses Krieges stattfand.

Die Schülerinnen und Schüler hatten im Vorfeld natürlich schon einiges über den Ersten Weltkrieg im Unterricht erfahren, manches auch in Filmen und Dokumentationen gesehen. All das kann aber das persönliche Erleben dieser historischen Schauplätze nicht ersetzen. So waren die Überreste des Forts Douaumont, damals eine der modernsten Verteidigungsanlagen Frankreichs, das erste Ziel der Schülergruppen. Eindrucksvoll war für sie schon die Fahrt dorthin, vorbei an vielen noch gut erkennbaren Schützengräben und zahllosen Granattrichtern, über die langsam wieder Wald wächst, die aber noch deutlich spüren lassen, wie erbittert hier einst gekämpft wurde. Die Schülerinnen und Schüler waren beeindruckt von den Überresten des Forts. Sie konnten erahnen, wie sich die Soldaten gefühlt haben müssen, die hier monatelang in Dunkelheit, Feuchtigkeit und Kälte leben mussten. Vor allem das Leben in Schlafsälen mit Betten für je vier Soldaten, die primitiven Waschgelegenheiten und die noch primitiveren Toiletten sind für uns heute kaum vorstellbar. Noch weniger kann man sich natürlich das allgegenwärtige Ungeziefer, den Hunger, den Mangel an Wasser und den ständigen Beschuss mit Todesgefahr vorstellen. In einigen eingestürzten Kasematten liegen bis heute die Soldaten, die damals bei Volltreffern starben.

Ein Besuch des nahe gelegenen Ossuaire von Douaumont (Beinhaus), wo die Überreste von fast 170000 Soldaten liegen, die dort zusammengetragen wurden, davor die endlosen Flächen mit Tausenden von Kreuzen, bewegte die Lerngruppen, auch die Tatsache, dass die meisten Toten bis heute noch dort im Gelände liegen, wo sie damals völlig sinnlos ihr Leben verloren.

Diese Fahrt hat alle Teilnehmer sehr zum Nachdenken angeregt, vor allem über das Glück, mittlerweile seit fast 70 Jahren mit unseren französischen Nachbarn und Freunden in Frieden und Sicherheit mitten in Europa leben zu dürfen – alles andere als selbstverständlich, wie die aktuellen Bilder aus vielen Teilen der Welt uns täglich zeigen!

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