Nützliche Helfer im Garten und in der Natur: die Asseln

„Appetite for Destruction“ – das hört sich zunächst einmal nicht sehr positiv an. Hinter diesem Titel verbirgt sich aber die Jugend Forscht Arbeit von Maximilian Fuchs, Schüler der Stufe 12 an der Berufsbildenden Schule für Technologie und Umwelt in Wittlich.

2018-asselnTiere, die sich um unseren Abfall kümmern, haben ihn schon lange fasziniert. Die Menschheit hat schließlich heute ein globales Problem mit ihren Abfallbergen. Da werden Lebewesen zunehmend interessant, die den Müll einfach fressen. So kam Maximilian auf die Asseln, die einzigen landlebenden Krebse. Er untersuchte zuerst einmal, welche Asselarten in und um seinen Heimatort Dreis vorkommen. In vielen Versuchen testete er dann, ob sich die Tiere als Bioindikatoren eignen, d.h. inwieweit man aus dem Spektrum der Asselarten auf Feuchtigkeit, Temperatur, Lichtangebot usw. in einem Lebensraum rückschließen kann. Das könnte z.B. für die Landespflege oder für Planungsbüros interessant sein.

Auch beim aktuellen Thema Klimawandel kann das Artenspektrum wertvolle Hinweise liefern. Die Feuchteverhältnisse sind ein entscheidender Faktor für die Besiedlung mit bestimmten Asselarten. Das Verschwinden dieser Arten oder ihre Ausbreitung sind deshalb ein Indikator für Veränderungen der Feuchtigkeit. Da der Klimawandel weniger eine Temperaturerhöhung bedeutet, sondern eher zunehmende Phasen von Trockenheit, können die Asseln empfindliche Indikatoren sein.

11 verschiedene Asselarten konnte Maximilian nachweisen, am häufigsten die bekannte Kellerassel. Die ist ein Kosmopolit und lebt, abgesehen von der Antarktis, heute auf allen Kontinenten, wohin sie mit uns Menschen verbreitet wurde. Sie lebt gerne dort, wo es dunkel und feucht ist, in der Natur unter einer Laubschicht, aber auch im häuslichen Keller. Die Kellerassel ist für uns Menschen ungemein nützlich. Im Stoffkreislauf machen sie die „Drecksarbeit“. In sehr großen Zahlen durchwühlen sie die oberen Bodenschichten. Als Destruenten verarbeiten sie dort die abgestorbenen Rückstände von Pflanzen und Tieren. Dank der Kellerassel werden die Nährstoffe, die diese Lebewesen vorher aufgenommen hatten, wieder in den ökologischen Kreislauf zurückgeführt. Sie lassen dabei nichts verkommen.

Nachdem Maximilian mit diesem Thema den Regionalwettbewerb in Bitburg gewonnen hatte, nahm er in der vergangenen Woche am Landeswettbewerb in Ludwigshafen teil und belegte dort einen sehr guten dritten Platz im Fachbereich Biologie. Für ihn war es bereits die neunte Teilnahme, zwei erste und vier zweite Plätze sind seine hervorragende Bilanz, und im nächsten Jahr möchte er gerne wieder dabei sein. Auch die Bilanz der schulübergreifenden Ökologie-AG der Freiherr-vom-Stein-Realschule plus Bernkastel-Kues, geleitet von Dr. Harald Fuchs, an der er teilnimmt, kann sich sehen lassen: Seit 2013 erreichte jedes Jahr mindestens ein Projekt den Landeswettbewerb.